300 Tonnen Atommüll unter dem Reaktordach sind eine Gefahr

Sigi Hagl Fraktionsvorsitzende

Sigi Hagl
Fraktionsvorsitzende

Als verharmlosend und nicht haltbar bezeichnet die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landshuter Stadtrat, Sigi Hagl die Aussage des bisherige Umweltministers Marcel Huber, dass das Nasslager des Atomkraftwerks Isar 1 ausreichend geschützt sei. Huber äußerte sich jüngst in einem Schreiben an Oberbürgermeister Hans Rampf zum atomrechtlichen Genehmigungsverfahren zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Isar 1 dazu. Darin heißt es, dass die 1.700 bestrahlten Brennelemente im Nasslagerbecken des Kernkraftwerkes Isar 1 durch die massive Bauweise dieses Gebäudes ausreichend geschützt seien. „Wenn 300 Tonnen hochradioaktiver, schwimmender Atommüll fast ungeschützt unter dem Reaktordach lagern –  stellenweise nur von einer 40cm dicken Mauer umgeben – kann man das nicht länger ignorieren. Dann sollte das Umweltministerium endlich in der Lage sein, seine bisherige Einschätzung vom ausreichenden Schutz aufzugeben. Das Abklingbecken von Isar 1 liegt außerhalb des Sicherheitsbehälters und ist damit nicht ausreichend geschützt“, so Hagl. Deshalb hat nach Auffassung der Grünen, die Räumung des Nasslagers oberste Priorität. Die Bevölkerung dürfe nicht länger diesen unnötig hohen Risiken ausgesetzt werden. Um den Stau bei der Herstellung der Castorbehälter endlich abzuarbeiten, müssen die Produktionskapazitäten für Castoren schnellstens ausgeweitet werden, fordern die Grünen. Ohne Castor-Behälter können die Brennelemente nicht in die Zwischenlager abtransportiert werden.

Problematisch in dem Schreiben des Umweltministers sei insbesondere auch die Aussage, dass das Genehmigungsverfahren zur Stilllegung und zum Abbau unabhängig von der Frage der Lagerung bestrahlter Brennelemente bearbeitet werde. Stadträtin Hedwig Borgmann sieht hierin jedoch einen zwingenden Zusammenhang: „Im Sinne einer Gefahrenminimierung kann der Abriss des Atomkraftwerkes erst nach der Verlagerung der Brennelemente ins Zwischenlager erfolgen. Alles andere birgt zu hohe Risiken. Dazu braucht es eine klare Regelung im Genehmigungsbescheid.“

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