Altenplan wird neu aufgelegt

Bericht aus der Landshuter Zeitung vom 28.10.2010

Sozialausschuss empfiehlt 60.000 Euro für seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Der ehemalige Fachhochschuldekan Prof. Dr. Theodor Eikelmann wirbt intensiv für eine Neuauflage des kommunalen Altenplans. Einen entsprechenden Antrag der Grünen Fraktion behandelte der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium beschloss einstimmig, 60.000 Euro für den Plan bereitzustellen. Der Fachplan Altenhilfe ist inzwischen 15 Jahre alt und soll nun durch ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept abgelöst werden.

Theodor Eikelmann bezeichnet es als „fast schon unverantwortlich“, sich heute auf einen vor 15 Jahren erstellen Plan zu berufen. Denn mittlerweile habe sich viel verändert, sagte der emeritierte Sozialwissenschaftler. Lebenswertes Leben im Alter sei sehr viel mehr als etwa allein die Frage, ob man später in ein Altenheim wolle oder in betreutes Wohnen. Eindringlich riet Eikelmann den Ausschussmitgliedern, sich bei der Neuauflage nicht an der kostengünstigsten Möglichkeit zu orientieren. Es gehe nicht nur darum, Daten zu erheben, wichtig seien qualitative Aspekte, und die hole man nicht aus dem Computer, sagte Eikelmann.

Der zwischen 1993 und 1995 unter Regie von Eikelmann erarbeitete Altenplan kostete damals rund 30.000 D-Mark. Dieses Geld reiche heute nicht mehr. Die 60.000 Euro, auf die sich der Sozialausschuss einigte, betrachtet der Sozialwissenschaftler als Untergrenze. Er gab zu bedenken, dass sich die Zeiten geändert hätten. Zwar hätten er und seine Mitarbeiter damals den Altenplan mit viel Herzblut durchgezogen, doch die Datenlage sei nicht besonders gewesen. Er habe zum Beispiel nicht auf eine verlässliche Prognose des Freistaats zurückgreifen können, sagte Theodor Eikelmann. Eikelmann warnte davor, den neuen Plan nur von einem Einzelnen ausarbeiten zu lassen. Eine Einrichtung oder Organisation sei nötig, die die technischen und personellen Kompetenzen und Kapazitäten habe. Die Kollegen der Landshuter Hochschule schätze er sehr, sie könnten aber nicht alles abdecken, was zu einem Gesamtkonzept gehöre. Dieses Konzept zu haben, sei wichtig, sagte Grünen-Fraktionschefin Sigi Hagl – und sprach im Sinne der Stadtratskollegen. Uneins waren sie sich aber in der Frage, wie teuer die Angelegenheit werden darf. Für CSU-Fraktionschefin Dr. Anna-Maria Moratschek bilden 60.000 Euro die Obergrenze. Sie wies auf die Haushaltslage der Stadt hin. Bürgermeister Gerd Steinberger indes sagte: „Wir sollten nicht knausern“. Immerhin gehe es in dem Altenplan um rund 20 Prozent der Bevölkerung.
Auf Anregung Ute Kubatschka (SPD) wird die Verwaltung weitere Gespräche mit der Hochschule führen und sich auch bei anderen Städten erkundigen. Außerdem regte sie an, das Fachwissen aus der Agenda-Arbeitsgruppe Soziales einzubeziehen.

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