Auf dem Weg zur Fußgängerzone?

Artikel vom 17.06.2013 in der Landshuter Zeitung

Schirmgasse1Bau- und Verkehrssenat diskutieren morgen über Zukunft der Schirmgasse

Die Schirmgasse gilt als eine der Gassen, in denen besonders viel los ist. Es gibt zum Beispiel regelmäßig ein Schirmgassenfest und die Geschäftsleute organisieren Adventsaktionen. Die meisten von ihnen können sich vorstellen, die Gasse zur Fußgängerzone zu machen. Über diese Idee diskutierten am Freitagabend auf Einladung der Grünen-Stadtratsfraktion Anwohner und Geschäftsleute.

 

Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner (Grüne) versuchte von Beginn an klarzustellen, dass die Idee, die Schirmgasse zur Fußgängezone umzufunktionieren, nicht von seiner Partei ausgegangen sei. Mit ihrem entsprechenden Antrag, der morgen, Dienstag, im Rathaus um 16.00 Uhr in der gemeinsamen Sitzung von Bau- und Verkehrssenat behandelt wird, habe man lediglich Ideen der Geschäftsleute aufgenommen. Wie berichtet, hatten die Bürger für Landshut kritisiert, dass andere Fraktionen auf Basis ihrer Vorschläge Anträge stellten. Als Beispiel nannte BfL-Fraktionschef Bernd Friedrich kürzlich den Grünen-Antrag zur Schirmgasse.

Schirmgasse2Bei dem Treffen am Freitagabend waren die meisten für eine durchgehende Fußgängerzone. Einige Jahre gab es wegen diverser Baustellen bereits fußgängerzonenähnliche Verhältnisse, und alles in allem sei dies vorteilhaft gewesen. Galerist Shamsadin Seyed hatte besonders die Atmosphäre im Auge: „Wenn keine Autos durch dürfen, parken die Leute woanders und kommen dann zu Fuß relaxed ins Geschäft.“ Wenn Kunden sperrige Waren kauften, könne man ein Taxi holen, oder ihnen helfen, die Sachen zur Neustadt zu transportieren.

Allerdings müsse das Parkplatzproblem für Anwohner gelöst werden, lautete der Tenor am Freitag. Bislang gibt es eine Anwohnerparkzone in der Gasse, die womöglich in die Neustadt verlegt wereden würde. Danila Rech, Geschäftsstellenleiterin der Interessensgemeinschaft Landshut Innenstadt (ILI), sieht die Sache so: „Das Thema Parkplätze wird in Landshut unangemessen hoch gehängt.“ In anderen Innenstädten sei man auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Rech bezeichnete die Gassen als das Herz der Stadt. Mit der Schirmgasse könne man beginnen, die anderen Gassen könnten folgen und ebenfalls zu Fußgängerzonen werden.

Es gab am Freitag nur wenige kritische Bemerkungen zum Thema Fußgängerzone. Einer aus einer benachbarten Gasse allerding wetterte gewaltig und kündigte umfangreichen Widerstand an. Das Problem, das mit einer Fußgängerzone auf die anderen Gassen zukommen könnte, sei in den Griff zu bekommen, sagten die meisten. Der Parkhausverkehr etwa sei dadurch zu lösen, dass die Leute die Zufahrt Steckengasse nur zum Hinausfahren benützen dürften.

In der Vorlage der Stadtverwaltung zur Senatssitzung morgen wird unter anderem auf das Problem der Straßenhöhe eingegangen. Straße und Gehweg müssten der Sicherheit wegen auf dasselbe Niveau gebracht werden. Die Befürworter indes sagen, dass dies im Zuge der 2015 anstehenden Tiefbauarbeiten erledigt werken könne. Solange könne man die Zone ohne Weiteres einrichten. In der Altstadt sei dies seit Jahren der Fall.

 

s. dazu: Antrag vom 22.04.2013 Fußgängerzone Schirmgasse

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