Biotod in der Karlschwaige?

 

OLYMPUS DIGITAL CAMERANoch liegt sie im tiefen Dornröschenschlaf, die Karlschwaige am Siebenbrückenweg. Doch das soll sich bald ändern. Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte daher zu einem Ortstermin eingeladen, der bei Nachbarn und Anwohnern auf reges Interesse stieß. Auf dem Gelände der Karlschwaige ist in den letzten Jahren ein idyllisches Stück Wildnis mitten in der Stadt entstanden, welches von den Anwohnern hoch geschätzt wird. Umso größer ist  die Sorge, dass diese Grünfläche durch eine Bebauung komplett zerstört wird. „Leider hat es die Stadt versäumt, den Bebauungsplan aus den siebziger  Jahren rechtzeitig zu  überarbeiten“, sagte Stadträtin Hedwig Borgmann, „obwohl der Wert dieser Grünfläche seit langem bekannt ist“. So habe nun ein Investor das Grundstück mitsamt dem alten Bebauungsplan, der eine sehr dichte Bebauung zulasse, gekauft.  OLYMPUS DIGITAL CAMERAStadtrat Stefan Gruber erläuterte anhand der vorliegenden Beschlussunterlage aus dem Bausenat die derzeitige Situation. Der Gestaltungsbeirat habe die  Überarbeitung der vorliegenden Pläne empfohlen, welche derzeit vorgenommen werde. Gerade der  alte Baumbestand  rund um die Schwaige sei von unschätzbarem Wert für die Stadtökologie. “ Die hier befindlichen Alteschen zeigen bemerkenswerte Revitalisierungserscheinungen gegen das Eschentriebsterben, dem derzeit fast alle Jungbäume zu Opfer fallen“, erläuterte der Baumsachverständige Richard Kuther. Der dichte Efeu, der viele Bäume überziehe, biete Bienen und Vögeln wertvolle Nahrung und Schutz. Bei Bebauung und Tiefgarage müsse auf hinreichend Abstand zu den Bäumen geachtet werden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch die Zukunft der alten Gebäude sei noch unklar, so Borgmann. Die Karlschwaige, seit dem 16.Jahrhundert belegt, ist ein typisches Beispiel einer Landshuter Schwaige, die einst das Nikolaviertel prägten.  Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz, doch etliche Teilnehmer befürchteten, dass auch dieses Denkmal so lange vernachlässigt würde, bis nur noch der Abriss bliebe. Die verkehrliche Erschließung des Grundstückes sorgte ebenfalls für Diskussionen. Die kleinen Straßen rund um das benachbarte Arbeitsamt seien schon jetzt durch Park- Suchverkehr stark belastet. Der zweite Bürgermeister  Dr. Thomas Keyßner konnte zumindest eine erfreuliche Nachricht beitragen. Stadt und Investor seien in Verhandlungen über einen Fahrradweg, der über das Gelände geführt werden solle. So könne endlich eine lückenlose  attraktive Fuß- und Radverbindung zwischen Luitpoldstraße und Flutmulde geschaffen werden. Derweil herrscht im Efeu, in dem zahlreiche Vögel ihren Brutgeschäften nachgehen, reges Treiben.

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