Denkmalschutz – gleiches Recht für alle?


Der Bausenat hat am Freitag mit 6:3 Stimmen dem Eigentümer des sogenannten „Herzogkastens“ am Dreifaltigkeitsplatz erlaubt, zum Zwecke des Dachgeschossausbaus die Dachlandschaft dieses historischen Gebäudes nachhaltig zu verändern, durch Gauben bzw. sogenannte Ziegellamellen. Die Grüne Fraktion kritisiert diese Entscheidung vehement. Über die Abwägung zwischen den Zielen „neue Wohnungen in der Innenstadt“ einerseits und „Denkmalschutz“ andererseits könne man ja sicher die eine oder andere Meinung vertreten. Keinesfalls gehe es jedoch an, bei Großvorhaben wie dem Vorliegenden völlig andere Maßstäbe anzulegen als bei kleinen Hausbesitzern. Dies sei hier eindeutig der Fall.

Dr. Thomas Keyßner sieht darin eine eklatante Ungleichbehandlung. Der Herzogkasten dürfe nun offenbar nach den Wünschen des Eigentümers in großem Stil umgestaltet werden. Im Gegensatz hierzu zeige sich die Stadtverwaltung seit Jahren sehr streng, wenn es bei kleineren Einzelhäusern um die Frage eines größeren Dachfensters, Dachbalkons oder einer Photovoltaikanlage gehe. Solche Anträge würden in der Regel abgelehnt, etwa mit dem Argument, dass derartige Veränderungen der Dachlandschaft von der Martinskirche aus oder im Luftbild sichtbar seien und das historische Stadtbild störten. Dann wäre eigentlich zu erwarten gewesen, dass bei so einem Postkartenmotiv wie dem Dach des Herzogkastens jedenfalls keine milderen Maßstäbe angelegt werden. „Genau dies hat jedoch der Bausenat getan. Da fehlt mir jedes Verständnis!“, so Dr. Thomas Keyßner.

Verwandte Artikel