Grüne befürchten weitere Kaufkraftabwanderung aus der Landshuter Innenstadt

Der Bausenat befasst sich in seiner nächsten Sitzung mit verschiedenen Einzelhandelsprojekten. Leider wird der Trend zur Kaufkraftabwanderung aus der Innenstadt fortgesetzt.

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht durch eine Vielzahl von kleinen zusätzlichen Verkaufsflächen unsere Innenstadt langsam ausbluten lassen“, warnt Bürgermeister Dr. Keyßner. „ Jede dieser Flächen für sich scheint verträglich, betrachtet man sie im Gesamten ist die Gefahr deutlich zu erkennen.“

An der Podewilsstraße soll ein neuer EDEKA Markt errichtet werden. Geplant ist hier ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb mit einer Verkaufsfläche von ca. 2350 m2, in dem neben Lebensmitteln und Getränken auch Ge- und Verbrauchsgüter angeboten werden sollen, die Flächen dafür sind offensichtlich noch nicht festgelegt.

Mit der Ansiedlung des POCO Marktes sollen neben dem Kernsortiment Möbel ca. 2000 m2 Flächen ausgewiesen werden für Sortimente, die zum Teil innenstadtrelevant sind.

Im Zuge der Umstrukturierung der Firma XXXL Emslander und Mömax ist der Anteil des innenstadtrelevanten Sortimentes ausgeweitet worden.

„Im Rahmen des Einzelhandelskonzeptes, das derzeit erstellt wird, werden Strategien erarbeitet für eine künftige sinnvolle, verträgliche und nachhaltige Einzelhandelsentwicklung in der Stadt Landshut. Nur auf Grundlage dieses gemeinsam erarbeiteten Konzeptes sollten weitere Entscheidungen getroffen werden“, fordert Bausenatsmitglied Petra Rabl. So wären beim Neubau des EDEKA- Marktes an der Podewilsstraße, Flächen- und Sortimentsbegrenzungen danach vorzunehmen. Bei diesem Projekt stößt auch die Anordnung des Baukörpers auf dem Grundstück auf wenig Begeisterung bei den Grünen. Die Parkplätze sollten hier unbedingt im rückwärtigen Bereich, das Gebäude direkt an der Podewilsstraße situiert sein, um den Straßenraum hier mit einer Randbebauung zu fassen.

Bei der Festlegung der Sortimente für den POCO Markt müsse kritisch geprüft werden, welche Sortimente in die Innenstadt gehörten. Auch dazu wären die Aussagen des Einzelhandelskonzeptes zu berücksichtigen. Eine Ausweitung dieser Flächen müsse langfristig ausgeschlossen werden.

Das Projekt XXXL Emslander / Mömax kam im Stadtrat bisher nicht zur Sprache und wird auf Antrag der Grünen in der Sitzung am Freitag behandelt. Das Einzelhandelsgroßprojekt  mit den entsprechenden Randsortimenten  ist nach Aussage der Bauaufsicht planungsrechtlich zulässig, die neue Gestaltung der Verkaufsflächen XXXL Emslander war nicht baugenehmigungspflichtig, da für dieses Gebiet kein Bebaungsplan existiert.

Die grüne Fraktion hat bereits im vergangenen Jahr beantragt über eine Bauleitplanung  Steuerungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu schaffen. Grundlage dafür ist wiederum das Einzelhandelsgutachten.

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