Grüne werfen OB „Mauschelei“ vor


Bei der Grünen Stadtratsfraktion war der Verdacht entstanden, dass der Oberbürgermeister am Stadtrat vorbei eine neue Stelle für Stadtarchäologie geschaffen habe. Durch die Erklärungen, die Stadtdirektor Bohmeyer der Presse gegeben hat, ist dieser Verdacht nun bestätigt.

Wie der Stadtdirektor erklärt, gibt es im Stellenplan der Museen eine halbe Sekretariatsstelle, die neue besetzt werden sollte. Der Oberbürgermeister hat daraus im Handstreich eine ganze Stelle gemacht und sie gleichzeitig in eine „multifunktionale Stelle“ umgewandelt, damit also in ihrem Wesenskern verändert. Es liegt auf der Hand, dass das Arbeitsfeld Stadtarchäologie von Sekretariatstätigkeit denkbar weit entfernt ist, eine höhere Qualifikation voraussetzt und damit früher oder später auch eine höhere Besoldung bedingt. Die Grüne Fraktion sieht daher im Vorgehen des Oberbürgermeisters einen Regelverstoß.

Wenn man den Einlassungen der Stadtverwaltung folgt, ist die Stadt in der Sache konfus und ohne Konzept vorgegangen. Obwohl man behauptet, archäologische Sachkompetenz zu benötigen, hat man nur die bestehende halbe Sekretariatsstelle zur Neubesetzung ausgeschrieben. Hätte diese Ausschreibung den gewünschten Erfolg gehabt, wäre die Stelle neu besetzt worden und Stadtarchäologie gäbe es bis heute nicht. Das jetzige Ergebnis wäre somit nicht geplant gewesen, sondern rein zufällig zustandegekommen.

Auffallend ist im übrigen, dass im Rathaus strikte Geheimhaltung zu dieser Personalie praktiziert wurde. CSU-Chef Radlmeier preist in diesem Zusammenhang Weitblick und Verantwortungsbewusstsein des Oberbürgermeisters. Warum durfte die Öffentlichkeit und mit ihr der Stadtrat von dieser Glanztat nichts erfahren?

siehe dazu:
Plenaranfrage vom 23.08.2010

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