Hängepartie in den Stadtwerken geht weiter – Grüne sprechen von einem „Desaster“


Die Grüne Stadtratsfraktion hat kein Verständnis dafür, dass die Frage der Abberufung des Werkleiters Dr. Klaus Blum nun auch vom Plenum des Stadtrats in eine zweite Lesung vertagt wurde, nachdem das gleiche vorher schon einmal im Werksenat praktiziert worden war. Die elfköpfige Minderheit, die dies durchgesetzt hat, hat ein Desaster angerichtet. Anstatt die anstehende Frage – so oder so – zu entscheiden, verlängern sie ohne stichhaltigen Grund eine Phase der Ungewissheit und schaden damit den Stadtwerken, deren Betriebsleitern und allen Mitarbeitern und nicht zuletzt auch dem Leiter der Werke, Dr. Blum selbst. In den nächsten Wochen muss der Wirtschaftsplan für die Stadtwerke aufgestellt werden. Wie soll das in der jetzt völlig verfahrenen Situation geschehen?

Die elf Stadträtinnen und Stadträte handelten offensichtlich aus wahltaktischen Gründen im Vorfeld der OB-Wahl  oder aus persönlichen Gründen.

Die Grüne Fraktion ist schon seit langem mit der Stadtwerkepolitik unzufrieden, so forderte sie seit 2 Jahren vom Werkleiter ein Strategiekonzept, das trotz eindeutiger Beschlusslage des Werksenats bis heute nicht in verlangter Ausführung vorgelegt wurde. Auch werfen die Grünen Dr. Blum vor, es versäumt zu haben, die Stadtwerke durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder und den dringend erforderlichen Ausbau der Eigenstromerzeugung zukunftsfähig zu machen.

Nachdem auch das Verhältnis zwischen ihm und den Betriebsleitern offenkundig tief und unheilbar zerrüttet ist, wäre eine rasche Entscheidung des Stadtrates über die Abberufung des Werkleiters unbedingt notwendig gewesen.

Dem Oberbürgermeister wirft die Grüne Fraktion vor, die Sache viel zu lange vor sich hergeschoben zu haben. Als er schließlich tätig wurde, hat er sich zuerst nicht an die zuständigen Gremien des Stadtrats, sondern an die Presse gewandt. Ein schwererer Fehler in einer Personalangelegenheit ist kaum vorstellbar. Für die jetzt entstandene Krisensituation bei den Stadtwerken ist der Oberbürgermeister in hohem Maße mitverantwortlich.

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