Nein zur Schlachthoferweiterung in Landshut – statt dessen Erhalt regionaler Schlachthöfe

Sigi Hagl Fraktionsvorsitzende

Sigi Hagl
Fraktionsvorsitzende

Die Stadtratsfraktion der Grünen lehnt den geplanten massiven Ausbau des Schlachthofs Landshuts entschieden ab. Landshut würde mit der geplanten Verdoppelung der Schlachtungen von bisher 10.000 auf  21.000 Schweine wöchentlich zu einem der größten Schweineschlachthöfe Bayerns. Andernorts werden die Schlachthöfe dafür dicht gemacht.

Es könne nicht sein, dass vion aus reinem Gewinnstreben heraus in Bayern statt Schleswig-Holstein investiere, weil sie ihre Pläne wegen massiver Proteste dort nicht verwirklichen konnten, moniert Fraktionsvorsitzende Sigi Hagl.

Der Schlachthofbetreiber vion war in die Schlagzeilen geraten, als  Ende Februar deren Schlachthof in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) für Monate gesperrt wurde, weil bei einer Razzia erhebliche Tierschutz- und Hygienemängel festgestellt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat ein

Ermittlungsverfahren eingeleitet, das noch andauert. Der Zoll ermittelt wegen des Verdachts der Schwarzarbeit.

Wegen der anhaltenden massiven Proteste legte vion die eigentlich geplante Erweiterung des Schlachthofes an diesem Standort auf Eis. Gleichzeitig kündigte der Konzern an, stattdessen in Bayern zu investieren.

„Doch auch in Bayern gilt das Tierschutzrecht. Nach diesen jüngsten Vorfällen in Schleswig-Holstein, muss die Stadt sicherstellen, dass im Landshuter Betrieb solche Verstöße nicht vorkommen“, sagt Stefan Gruber. In einem entsprechenden Antrag fordert die Stadtratsfraktion der Grünen nun Aufklärung über die bestehenden tierschutz-, hygiene- und immissionsschutzrechtliche Bestimmungen und ob diese am Standort Landshut auch entsprechend eingehalten wurden.

„Angesichts einer solchen Unternehmensstrategie, nach dem Motto, wenn es im Norden des Landes nicht klappt, dann investiere ich eben am anderen Ende Deutschlands, ist auch zu befürchten, dass die Tiere über weite Strecken durchs Land transportiert werden“, so Grünen-Stadtrat Stefan Gruber. Statt Konzentration und Gewinnmaximierung müsse der Erhalt regionaler Schlachthöfe im Vordergrund stehen, um die Transportwege für die Tiere so kurz als möglich zu halten.

20141002_Antrag_Schlachthoferweiterung

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