Preisanhebung im Stadtbad muss sozial verträglich sein

Die grüne Fraktion ist bereit, auch unpopuläre Maßnahmen mitzutragen, wenn es darum geht, die wirtschaftliche Lage des Landshuter Stadtbads zu verbessern. Hierzu gehört auch die Erhöhung der Eintrittspreise. Dies aber unter einer Bedingung: sie muss sozial verträglich sein.

„Die Erhöhung in der vom Werksenat beschlossenen Form ist nicht verträglich und daher abzulehnen. Das Stadtbad muss für alle Bürger erschwinglich bleiben“, so Werksenatsmitglied Sigi Hagl. Gerade bei den So-zialtarifen werde am Kräftigsten zugelangt, hier seien Preisstei-gerungen um 25 % geplant. Hagl: „Das können wir nicht mittra-gen“. Die Stadtratsfraktion will bis zur endgültigen Entschei-dung im Plenum Ende März einen Änderungsantrag einbringen. Darin fordern die Grünen auch die Einführung eines Sozialtarifs für Kinder analog zum Stadtbus.
Von einer Ermäßigung profitieren müssten nach wie vor auch bedürftige Rentnerinnen und Rentner. Dagegen sei die bisheri-ge, generelle Tarifermäßigung für alle Personen über einer bestimmten Altersgrenze nicht länger zu rechtfertigen. Denn die finanzielle Leistungsfähigkeit hänge eben nicht vom Alter ab.
Angesichts des enormen Defizits von rund 1,9 Mio beim Stadt-bad seien Einsparungen unvermeidlich, Die Stadtratsfraktion schlägt vor, das Außenbecken zumindest in den kalten Mona-ten Dezember bis Februar zu schließen. So könnte ein Großteil der Energiekosten für den Betrieb des Außenbeckens einge-spart werden. Vorschläge dieser Art waren auf der Sitzung des Werksenats jedoch nicht erwünscht, monierte Hagl und übte heftige Kritik an der Vorgehensweise im Werksenat. Einer schwierigen und unpopulären Debatte über mögliche Einspar-potentiale beim Stadtbad ging man dadurch aus dem Weg, indem das in Auftrag gegebene Optimierungskonzept erst gar nicht zur Diskussion gestellt wurde. Dieses Vorgehen ist inak-zeptabel, hat im Werksenat aber bereits Methode, beklagt Hagl mit einem Verweis auf die 80.000 Euro teure Biomassepotenti-alanalyse, die nach wie vor in der Schreibtischschublade liege – und das seit einem ¾ Jahr.

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