Verantwortung

In  einem Leserbrief, unterschrieben von den beiden Fraktionsvorsitzenden der CSU im Stadtrat von Landshut, werde ich mit den Worten angegriffen: „Ob es allerdings verantwortungsvoll … ist, wenn er vehement gegen die B15 neu plädiert, wage ich zu bezweifeln.“

Abgesehen davon, dass nicht klar wird, wer von den beiden Fraktionsvorsitzenden für den Leserbrief nun die Verantwortung übernimmt, stimmen die Aussagen in der Sache einfach nicht. Wer das Drama der Autobahn B15neu beschreibt, muss vom  Ersten Takt der Ouvertüre bis zum Schlussakkord die Noten kennen, auch wenn wir jetzt gerade beim ersten Akt sind. Bereits in den achtziger Jahren haben die Grünen immer wieder ortsnahe Umgehungen  gefordert, nachdem die B15 zunächst als A93 geplant und aufgrund von Einwendungen vieler Bürger als „Bundesstraße“ umbenannt wurde – im Zuge dieser Umbenennung wurde der Straßenquerschnitt von Autobahn-üblichen ursprünglichen 26 m auf 23 m zurückgenommen. (Der Querschnitt wurde dann später wieder auf die Autobahn-üblichen 26 m erweitert, die Bezeichnung „B“ für Bundesstrasse blieb mit dem offenkundigen Ziel, die Bürger zu täuschen.) Ich empfehle die Lektüre der Antwort der damals von CDU/CSU und FDP gebildeten Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen (Drucksache 10/3144 vom 3. April 1985). Landshuter Verkehrsprobleme werden von der B15neu nicht gelöst. Nicht zuletzt bei der Forderung einer Bemautung der heutigen B15 wurde seitens der bayerischen Staatsregierung auf den geringen überregionalen Verkehr besonders an der B15 im Raum Kumhausen und Achdorf hingewiesen: die Hauptverkehrslast ist hier der sogenannte Ziel- und Quellverkehr Landshut.  Die Grünen haben eine Sperre der B15 in diesem Abschnitt für den überregionalen LKW Verkehr  gefordert, stellt doch jeder durchfahrende LKW auf dieser Straße eine unzumutbare Belastung für die Anwohner dar. Und dieser Verkehr ist in jüngster Vergangenheit („Mautflüchtlinge“) in der Tat angestiegen, so dass aus Sicht der Grünen Sofortmaßnahmen notwendig wären. Verantwortungsvoll gegenüber den Bürgern von Landshut (und des Landkreises!) und der Natur handelt der- und diejenige, der sich für eine Ableitung des Verkehrs der nördlichen B15 auf die Autobahn A92 einsetzt. Ich setze mich in Verantwortung für die Bürger in der Stadt und im Landkreis dafür ein, die als Autobahn überflüssige B15neu in Essenbach zu stoppen, über eine modifizierte Trassenführung und mehr Anschlussstellen die Ortschaften Neufahrn, Ergoldsbach und Essenbach zu entlasten und mit einem umfassenden Gesamt-Verkehrskonzept für Landshut eine nachhaltige Stadtentwicklung für Landshut in Gang zu setzen. Dann würde das Drama „Autobahn B15neu“ möglicherweise doch noch einen versöhnlichen Schlussakkord bekommen.

 V.i.S.d.P.  Dr. Thomas Gambke, Stadtrat, Wilhelm-Hauff-Str. 57b, 84036 Landshut

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