Westtangente – weder zukunftsorientiert noch realitätsbezogen

Wenn die Verwaltung der Westtangente eine „optimale Verkehrs­entlastung der innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen“ zuschreibt, ist das nach Auffassung von Dr. Thomas Keyßner nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Eine Entlastung einer Hauptverkehrsstraße um 300 bis 600 Kfz am Tag ist mit den menschlichen Sinnen überhaupt nicht erfassbar. Sie  kann damit auch kein Argument für einen Straßenneubau sein.

Aus der Sicht der Grünen Fraktion sind die vorgeschlagenen Varianten zur Westtangente weder zukunftsorientiert noch realitäts­bezogen. Entgegen den ursprünglichen Ankündigungen nehmen an den Stadtratsberatungen nun keine Vertreter des Landkreises teil. „Das können wir nur als ein endgültiges Nein des Landkreises zur Verlängerung einer möglichen Westtangente bis Hachelstuhl deuten“, so Keyßner, Mitglied im Verkehrssenat.  Damit bleibt nur ein Westtangententeilstück als Verbindung zwischen dem Rennweg und der B 11 übrig.

Die Westtangente wirkt sich im nur negativ auf Natur und Mensch aus  – immerhin sind Isarauen ein äußerst bedeutsames Naherholungsgebiet für alle Landshuter.

Grundsätzlich kann es nicht in Frage kommen, für den Durchgangsverkehr auf einer Bundesstraße mit kommunalen Mitteln eine Entlastungsstraße zu bauen. Keyßner:  „Das ist nicht unsere Aufgabe und wir haben auch überhaupt kein Geld dafür!“. Fraktionsvorsitzende Sigi Hagl sieht das ebenso: „Mit dem Bau der Westtangente würden wir uns doch nur selber schaden: der Bund würde dann doch keine Sekunde länger darüber nachdenken, uns  eine Bundesstraßen-Ortsumfahrung auf seine Kosten zu bauen! Genau aus dieser Pflicht dürfen wir ihn aber nicht entlassen.“

Verkehrsentwicklungsplan nach wie vor in weiter Ferne

Das so genannte Verkehrsmodell untersucht die Verlagerung der Verkehrsströme durch den Bau einer neuer Straße und wird als Grundlage für die richtige „Trassenfindung“ herangezogen.  „Entgegen früheren Bekundungen spielt hierbei die Frage eines Verzichts auf die Westtangente überhaupt keine Rolle mehr“, moniert Keyßner.

Aus Sicht der Grünen Fraktion hat das Verkehrsmodell zwei grundlegende Fehler: Es differenziert zum einen nicht nach Durchgangsverkehr bzw. Ziel- und Quellverkehr. Es geht zum anderen von einer permanent gleich bleibenden Verkehrsmenge aus. „Die Realität hat aber vielfach das Gegenteil bewiesen: neue Straßen ziehen neuen Verkehr an“, betont Bausenatsmitglied Petra Rabl. Die Stadt müsse daher endlich ihre Hausaufgaben machen und einen Verkehrsentwicklungsplan auflegen.  „Offensichtlich will man diesem Vorhaben aber nicht näher treten“, so Keyßner. Zwar wurde die Verwaltung bereits vor geraumer Zeit mit der Erstellung eines Verkehrsentwicklungsplans beauftragt, wenn sie daran ernsthaft interessiert wäre, hätte das Thema auch auf die Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Verkehrssenats gehört.

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