Auch fünf Jahre nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid „„Busse, Baby! Mehr ÖPNV, gut gegen Stau“, der im Kern eine 30%-ige Angebotsverbesserung des Landshuter Stadtbusverkehrs beinhaltete, lässt die Umsetzung auf sich warten. Auf der jüngsten Sitzung des Finanz- und Wirtschaftsausschusses der Stadt Landshut wurde der dafür erstellte Nahverkehrsplan auf Antrag der Schrägstrichfraktion erneut zur Beratung in die Fraktionen verwiesen.
Einer der Knackpunkte ist die Durchfahrung der Landshuter Innenstadt. Laut Gutachten ist die Innenstadtdurchfahrung eine der wichtigsten Verbesserungen im Busnetz, um so die östlichen und westlichen Stadtteile besser zu verbinden und eine direkte Anbindungen in die Alt- und die Neustadt zu schaffen. Um eine Innenstadtdurchfahrung mit dem Bus zu ermöglichen, ist die Änderung der Verkehrsführung durch Balsgässchen und Spiegelgasse notwendig. Es kann nur funktionieren, wenn der Verkehr von der Neustadt in Richtung Altstadt über die Spiegelgasse erfolgt und das Balsgässchen – wie seit Jahren von uns gefordert – mittels einer Schranke oder eines Pollers abgehängt wird. Nur noch Berechtigte können dann das Balsgässchen durchfahren. Der ursprüngliche Vorschlag des Gutachterbüros, die Busse über die Kirchgasse in die Neustadt einfahren zu lassen, erwies sich jedoch als so problematisch, dass nun ein Alternativvorschlag auf dem Tisch liegt, nämlich die Linie 7 in der einen Richtung durch die Spiegelgasse und in der Gegenrichtung durch den Tunnel zu führen (von Wittstraße/Grätzberg Richtung Regierungsstraße/Neustadt). „Diese verwirrende Linienführung der Linie 7 könne man notfalls in Kauf nehmen, wenn damit wenigstens in einer Richtung eine Durchfahrung der Innenstadt ermöglicht werde“, äußert sich Grünen-Stadtrat Dr. Thomas Keyßner. „Sehr charmant ist diese Tunnellösung jedoch nicht.“

Fraktionsvorsitzenden Stefan Gruber schlägt daher vor, im Sinne eines zukunftsfähigen ÖPNV prüfen zu lassen, ob es mit einer entsprechenden Ampelschaltung möglich wäre, die Busse in beiden Richtungen durch die Spiegelgasse fahren zu lassen. So ließe sich der Umweg durch den Tunnel und damit die längere Fahrzeit umgehen. „Wir schaffen die Mobilitätswende nur mit einem wirklich attraktiven ÖPNV-Angebot“, bekräftigt Gruber.
Der ÖPNV ist ein Schlüsselfaktor zur Bewältigung der Klimakrise und der drängenden Verkehrsprobleme unserer Zeit. Nur mit einem attraktiven ÖPNV-Angebot ist die Mobilitätswende zu schaffen.


Kommentar verfassen
Verwandte Artikel
Bürgerbeteiligung: Durchfahrtsverbot Ländgasse
Ob die Ländgasse nach den Sanierungsarbeiten auf Höhe des Residenzbogens gesperrt bleibt oder geöffnet wird, dazu sollen zunächst die Anwohner*innen und Hauseigentümer*innen befragt werden – das hat nun der Verkehrssenat…
Weiterlesen »
Aktueller Stand: Anträge zum Haushaltsplenum
Beendigung der Planungen für den Bau einer Westtangente Im aktuellen Haushaltsentwurf sind weiterhin Planungsmittel bis zur Planfeststellung für das Projekt „Westtangente“ vorgesehen. Angesichts der erheblichen und zugleich unabweisbaren Investitionen, die…
Weiterlesen »
Blitzgeräte für Landshuts Straßen beschlossen
Schnelles Fahren gefährdet alle Verkehrsteilnehmer*innen und führt zu Unfällen. Zudem belastet der erhöhte Lärmpegel die Anwohner*innen. In Landshuter Bürgerversammlungen wird wiederholt über Geschwindigkeitsüberschreitungen an vielen Straßen geklagt. Wir haben Maßnahmen…
Weiterlesen »